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Functional Medicine

Wird der Stoffwechsel im Alter langsamer?

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„Wenn wir älter werden, wird unser Stoffwechsel langsamer.“

Wurde gerade im Café neben mir erzählt. So ein Quatsch. Hier meine 2 Cents :

Was wirklich passiert ist eher, dass sich biologische Resistenzmechanismen entwickeln gegen körpereigene Botenstoffe, die unseren Körper überstimulieren. Das führt dazu, dass immer mehr Botenstoffe für die gleiche physiologische Reaktion benötigt werden. Irgendwann ist der „Botenstofftank“ leer. Das Botenstofforgan ist erschöpft und alles geht bergab.

Beispiel Insulin:

1. Wir essen Zuviel oder zu regelmäßig Zucker
2. Körper schüttet jedesmal Insulin aus um den Zucker in die Zellen zu bekommen.
3. wenn Zelle genug Zucker bekommen hat, kehrt sie die Insulinrezeptoren nach innen und deaktiviert sie (Insulinresistenz)
4. das ist ein natürlicher Schutzmechanismus gegen „Zuviel Zucker in der Zelle“.
5. durch diese Insulinresistenz wird der Bedarf an Zucker und Insulin immer größer um noch die gleiche Menge Zucker in die Zellen zu bekommen.
6. die Bauchspeicheldrüse kann irgendwann die Menge an Insulin nicht mehr liefern…und erschöpft.
7. die Bauchspeicheldrüse ist erschöpft -> Diabetes Typ 2

 

Beispiel Adrenalin:

1. Wir fühlen uns bedroht und Stress tritt auf
2. Körper schüttet Adrenalin aus um die Zellen auf „Flucht oder Kampf“ vorzubereiten. Pupillen werden weit, Atmung und Puls schneller, Muskeln werden angespannt.
3. Wenn die Zellen sich überstimuliert fühlen, weil sie ständig diesen Adrenalin-Stress-Auftrag bekommen, dann kehren sie ihre Adrenalinrezeptoren nach innen (Adrenalinresistenz)
4. das ist ein natürlicher Schutzmechanismus um sich selber zu schützen vor Überstimulierung.
5. Durch diese Adrenalinresistenz wird der Bedarf an Adrenalin immer größer um die Zellen noch aktiviert zu bekommen. Der chronische Adrenalinspiegel im Blut führt zu chronischem schnellen Puls, schneller Atmung, hohem Blutdruck, und chronischer Verspannung.
6. irgendwann kann die Nebenniere die Level an Adrenalin nicht mehr halten. Bludruck fällt. Müdigkeit tritt ein.
7. Die Nebenniere erschöpft. Burnout.

 

Die chronische Konfrontation mit Dingen, die natürlicherweise sehr selten sind, führt zu natürlichen Resistenzmechanismen gegen Überstimulation. Das erhöht den Bedarf an Botenstoffen, und führt in einen Teufelskreis, der nur zu durchbrechen ist durch Verzicht. Erst der Verzicht sensibilisiert unsere Rezeptoren wieder.

 

Weitere Beispiele :
– Zucker -> Insulinresistenz/Diabetes/metabolisches Syndrom
– Kampf oder Flucht Situationen -> Adrenalinresistenz/Blutdruck/schlechter Herzstressindex/Nebennierenmarkerschöpfung/Burnout
– Entzündung (Cortisolresistenz/Müdigkeit/Autoimmunaktivierung/Nebennierenrindenerschöpfung/Burnout)
– Glutamate (Geschmacksverstärker) -> Glutamatresistenz/Glutamattoxizität im Gehirn/neuronale Überstimulation
– Licht (gerade nach Sonnenuntergang) -> melanopsinresistenz/Verschiebung Tag-Nacht-Rhythmus)
– Belohnung (neuer sexualpartner -> think pornhub, heldenhafte Wandlung-> think Netflix) -> Dopaminresistenz/Sucht nach Porno/Elektronik/TV/Handy
– Essen im allgemeinen -> Leptinresistenz/Heißhunger/Übergewicht

 

Biologische Resistenzmechanismen sind das was sich entwickelt. Unter dem hormonellen Make-Up von synthetischen Hormonen (Anti-Baby-Pille, Testo), Medikamenten (Aspirin, Betablocker, Cortison), Lifestyledrogen (Koffein), exzessivem Kompensationssport, und anderen Interventionen kann das sehr lange herausgezögert und verdeckt werden. Aber es ist da. Und bei weiterem chronischen Konsum entwickeln diese Resistenzmechanismen sich weiter und werden irgendwann nicht mehr kompensierbar. Der Organismus dekompensiert und versucht den Reset zu erzwingen.

 

„Ich habe doch früher nicht so zugenommen?!“
„Früher konnte ich alles essen, wieso ist es jetzt auf einmal ein Problem?!“
„Jahrelang hab ich nur 5 Stunden geschlafen, wieso ist das jetzt auf einmal so ein Problem für mich?!“
„Mein leben ist so langweilig. Die auf Instagram haben so ein geiles Leben.“
„Früher habe ich kaum Kaffee getrunken, aber seit 2 Jahren trink ich immer mehr“
„Mein Stoffwechsel ist einfach langsamer geworden“
„Seit ein paar Jahren fällt es mir immer schwerer einen hochzubekommen“

 

Was hört man im Gegensatz dazu von Leuten, die den Konsum reduziert haben und ihre Resistenzmechanismen runtergefahren haben :

„Auf einmal schmeckt selbst eine Karotte super süß!“
„Seitdem ich fast kein Fernsehen mehr gucke ist jeder Film so unglaublich aufregend!“
„Boah ein Kaffee pro Tag reicht mir total!“
„Ne ich bin satt. Das reicht mir wirklich! Kein zweiter Gang“
„Seitdem ich keine pornos mehr gucke finde ich viel mehr Männer/Frauen attraktiv und selbst kleine Gesten erregen mich“
„Ich kann hin und wieder richtig reinhauen und 3 Nachtische verdrücken, aber ich nehme nicht mehr davon zu“

Die Geschichte der biologischen Resistenzmechanismen ist ein Teil der Geschichte des Stressreservoirs, dem adaptiven Reservoir unseres Körpers mit dem sich fast alle chronischen Krankheiten erklären lassen.



Daher ist regelmäßiges Fasten so wichtig. Nicht nur Fasten von Essen. Sondern auch von Handy, TV, Zucker, Licht, Stress, Sport, Koffein, Pornos, und zu fokussiertem Denken/Arbeiten.

Tags : burnoutinsulinresistenznebennierenerschöpfungstressreservoir

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