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Functional Medicine

Parkinson, Umweltgifte und Ketonkörper

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Morbus Parkinson ist eine der am rapide ansteigendsten Erkrankungen in Deutschland.


Inzwischen haben weltweit etwa 1% der über 60-jährigen diese Erkrankung. Sie ist -nach Alzheimer- die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Und -wie so oft- bei Naturvölkern ist diese Erkrankung kaum existent.
Es handelt sich dabei um eine Degeneration der Dopamin-produzierenden Neuronen im Stammhirn. Morbus Parkinson gilt als unheilbar und über die Ursachen der Degeneration ist (wenn man die medizinischen Textbücher bedient) wenig bekannt.

Wenn man allerdings näher reinforscht, dann stellt man schnell fest, dass die Mitochondrien in den Neuronen der Substantia Nigra im Stammhirn eine entscheidende Rolle spielen.


Sowohl durch Autopsien, als auch durch experimentell ausgelöstes Morbus Parkinson im Tiermodell konnte man nachweisen, dass in vielen Fällen eine mitochondriale Schädigung im Komplex 1 der Mitochondrien vorliegt. Als Ursachen dafür wurden bereits Pflanzenschutzmittel wie Rotenon und Paraquat, sowie das Schmerzmittel Pethidin identifiziert. Rotenon wird in der EU nur in Norwegen eingesetzt. Ausserdem in den USA. Paraquat ist in der EU verboten und wird dennoch in den USA eingesetzt. [Ebenfalls mitochondrienschädigend wirkt das Pflanzenschutzmittel Roundup von der Firma Monsanto (Bayer Konzern). ] Während das isolierte Glyphosat bisher nicht eindeutig als mitochondrienschädigend identifiziert werden konnte, ist das Mischprodukt Roundup in mehreren Studien als mitochondrienschädigend identifiziert worden. Roundup wird in der EU aktuell noch breit eingesetzt.

 

Durch eine Behandlung mit solchen Pflanzenschutzmittel lässt sich ein Morbus Parkinson Syndrom im Tiermodell zuverlässig auslösen.


Menschliche Autopsiestudien bestätigen diesen Pfad.
Natürlich hat man sich in den Tierstudien dann auch angeguckt welche Faktoren die neuronale Degeneration unter dem Einfluss von Pflanzenschutzmittel verlangsamen oder sogar stoppen. Der Ketonkörper Beta-Hydroxybutyrat (BHB) schützt Neuronen vor Degeneration, verbessert den mitochondrialen Stoffwechsel, erhöht signifikant die ATP Produktion in den Mitochondrien und verbessert die motorische Funktion von Mäusen mit experimentellem Parkinson.
Der Ketonkörper BHB kann extern zugeführt werden (exogene Ketose) oder vom Körper selber produziert werden (endogene Ketose). Dies macht unser Körper in einem gefasteten Zustand automatisch nach etwa 20 Stunden Fasten. Ein alternativer Weg ist die ketogene Ernährung, bei der man zwar isst, aber so wenig Kohlenhydrate, dass der Körper trotzdem endogene Ketonkörper produziert.

 

Studien zur ketogenen Ernährung bei Morbus Parkinson zeigen gemischte Ergebnisse.


In einigen Studien wirkt die Ernährung deutlich positiv auf motorische und kognitive Fähigkeiten, in anderen Studien verbesserte die ketogene Ernährung zwar kognitive Fähigkeiten, aber führt zu grösserem Tremor (Zittern). Meine Erfahrung mit der ketogenen Ernährung bei Morbus Parkinson ist ebenfalls gemischt. Bei einigen Menschen führt diese Ernährung zu grösserem Tremor, was natürlich dazu führt, dass die Ernährung nicht gerne weitergeführt wird. Daher ist intermittierendes Fasten oder exogene Zuführung von Ketonkörpern der sinnvollere Weg.
Die Studienlage zu exogenen Ketonkörpern bei Morbus Parkinson ist noch dünn. In meiner Praxis werde ich es aufgrund des guten Risiko-Wirkungs-Profils vermehrt einsetzen und einige Studien sind auch schon weltweit in Arbeit.

Pflanzenschutzmittel sind bei weitem nicht einzigste -wenn auch eine wichtige- Ursache für eine mitochondriale Schädigung der Substantia Nigra und den folgenden Morbus Parkinson. Ketonkörper scheinen eine wichtige protektive Rolle zu spielen.


Gary W. Thickbroom (2021) The therapeutic potential of ketone bodies in Parkinson’s disease, Expert Review of Neurotherapeutics, DOI: 10.1080/14737175.2021.1881483