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Mind Performance

Die Pandemie der Memetisch übertragbaren Erkrankungen

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Die fundamentalste Unterteilung von Erkrankungen im medizinischen Jargon ist die Unterteilung in ansteckende und nicht-ansteckende Erkrankungen.

Virus-, Bakterien-, Pilz-, Parasiten-, und Prionenerkrankungen gelten dann als ansteckend und Erkrankungen wie Bluthochdruck, Übergewicht, Alzheimer, Schlaganfälle, Krebs, etc.., die gelten dann als nicht-ansteckend.

Und das ist auch eine sinnvolle Unterteilung. In den ansteckenden Erkrankungen verbreitet sich parasitäre Information (in Form von Virus-RNA, Bakterien-RNA/DNA, oder Pilz-DNA) in dem Wirt. Diese Information ist kodiert in einem Virus-Gen, was sich mit Hilfe des Wirts dann vermehren kann, oder in einem Bakterien-Gen was sich vermehrt. Es geht um die Replikation (Vermehrung) von (genetischer) Information. Der ganze evolutionäre Prozess hat zum Ziel Informationen zu vermehren. Diese Informationen sind als Zahlencodes auf Genen gespeichert. Okay, soweit so gut.

Wie ist das jetzt mit den nicht-ansteckenden Erkrankungen? Da sind es nicht übertragene Informationen (in Form von Genen verpackt als Virus etc…), die die Erkrankung auslösen. Es sind Erkrankungen die sich primär auf Basis eines nicht-artgerechten Lebensstils entwickeln.

Warum sage ich das? Naja, genetisch sind sie auf jeden Fall nicht, denn unsere Brüder und Schwestern in den Naturvölkern haben diese Erkrankungen fast gar nicht, obwohl sie genau so alt werden wie wir.

Wenn sie also nicht genetisch sind, dann bleiben Lebensstil- und Umweltfaktoren (natürlich in Interaktion mit unseren alten Genen).

Aber was führt dazu, dass Menschen einen schlechten Lebensstil leben?

Informationen und Ideen.

Der Evolutionsbiologe Richard Dawkins hat uns in den 1970ern klar gemacht, dass der evolutionäre Prozess Informationen teilt, und dass Gene nur eine Möglichkeit dieses Informationstransfers sind. Mit Entwicklung von Sprache und Kultur ist auch die Kommunikation ein wichtiger Informationsmarkt geworden. Und genau wie bei genetischer Selektion, werden auch Informationen und Ideen selektiert. Sie mutieren und entwickeln sich weiter. Das nennt sich dann nicht Genetische Evolution, sondern memetische Evolution (von griech. “mem” = Bewusstseinsinhalt/Idee). Daher kommt das Wort “Meme” für die lustigen Internetbilder.

Diese Ideen verbreiten sich auch Virusartig.

Ideen können adaptiv sein und uns helfen, oder sie können destruktiv sein und uns schaden.

Denkt mal über folgende Bewusstseinsinhalte nach :

“Sport ist Mord”

“Auf Genuss möchte ich nicht verzichten”

“Warum unkomfortabel, wenn ich es auch komfortabel haben kann?”

Diese Bewusstseinsinhalte verbreiten sich viral, führen zu einem bestimmten Verhalten und Lebensstil, und dieser wiederum führt zu chronischen Erkrankungen. 

Lebensstilerkrankungen sind memetisch übertragbare Erkrankungen und man muss sich vor memetischen Gehirnviren genauso schützen und impfen wie vor genetischen Viren.

Ideen, Informationen und kulturelle Habituierung sind mächtig. Wenn wir eine ganze Gesellschaft haben, die ihren Körper nur noch benutzt um ihr Gehirn von A nach B zu tragen, dann ist doch klar, dass unser Körper degeneriert.

Übertragung von Lebensstilangewohnheiten ist genauso mächtig wie die Übertragung genetischer Informationen.

Mir fällt dazu der englische Joke ein : 

“Obesity runs in my family”

“Nobody runs in your family”

Ein Teil der Anamnese beim Arzt sollte beinhalten herauszufinden was die genetischen, aber auch die MEMETISCHEN Faktoren der Krankheitsursache sind. Wenn man die MEMETIK nicht verändert, dann wird man die Krankheit nicht heilen können.

Möge das MOJO mit euch bleiben! 

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