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Functional Medicine

Magnesium Basics

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Magnesium spielt eine super, super wichtige Rolle in ganz, ganz vielen körperlichen Systemen. Im muskulären System, im hormonellen System und vor allen Dingen im Nervensystem. Das hat eine wichtige Funktion in der Stabilisierung von der Zellmembran und damit in der Erregbarkeit von Zellen. Wenn wir Magnesiummangel haben, sind Zellen leichter erregbar. Das heißt, im Nervensystem, wenn wir Situationen haben, die für eine Übererregbarkeit sprechen, zum Beispiel Herzrhythmusstörungenund Krämpfe, muskuläre Krämpfe oder auch Nervositätund Angstzustände. Das ist immer etwas, wo ich an Magnesiummangel denke. Dazu gehört auch vor allen Dingen eine Schlafstörung oder Schlafstörung in folgendem Thema: Wenn man mitten in der Nacht so gegen 2 Uhr, 3 Uhr aufwacht. Das sind so Schlafstörungen, die ziemlich gut auf eine Therapie mit Magnesium reagieren.

Eine andere Sache, wo Magnesium auch ziemlich gut hilft, ist bei Kraftsportlern, Explosivkraftsportlern, wenn die eine Phase von Krafttraining, Maximalkrafttraining, Explosivkrafttraining haben, dann hilft eine Magnesium-Supplementierung auch ziemlich gut, die Kraftlevel ein bisschen weiter nach oben zu bringen. Also vor allen Dingen im Bereich Nervensystem ist für mich Magnesium eine ganz, ganz wichtige Supplementation. Also wiederholt noch mal: Alles, was mit der Übererregbarkeit vom Nervensystem zu tun hat. Herzrhythmusstörungen, Kämpfe, Einschlafstörungen, Angstzustände. Also jemand, der sich Sorgen um alles macht, der immer sehr nervös ist und Angst hat, ist für mich jemand, der wahrscheinlich von einer Magnesium-Supplementation sehr, sehr gut profitieren kann. Und wenn dann halt alles so ein bisschen zusammenkommt, dann sowie so.

 

Vitamin D Spiegel sind ganz wichtig im Kontext mit Magnesium. Vitamin D und Magnesium haben so eine synergistische Funktion. Die halten sich gegenseitig im Körper, das heißt, wenn Magnesiumlevel niedrig sind, wird es sehr, sehr schwer, Vitamin D einzuspeichern und umgekehrt auch. Wenn Vitamin D Spiegel niedrig sind, wird es unglaublich schwer, Magnesium einzuspeichern.

 

 

Wie kann man eine Magnesiummangel-Situation wirklich feststellen? Wie gesagt, über die Symptome ist es einer der besten Wege, das festzustellen, beziehungsweise Magnesium zu supplementieren und dann zu merken, dass es einem besser geht, weil über die Labordiagnostik kriegt man eigentlich nicht viel so raus. Man kann Magnesium im Blutserum testen, das heißt, in der Flüssigkeit des Blutes, das wird aber bei allen Leuten sehr, sehr stabil bleiben. Also der Körper wird den Teufel tun, die Magnesiumlevel im Serum zu verändern. Er würde eher alle Körperspeicher erst mal komplett leeren wollen, bevor er das Magnesium im Serum verändern möchte.

 

Wo man vielleicht einen Schritt näher mit kommen könnte, ist, indem man Magnesium in der vollen, roten Blutzellen misst. Das heißt „Vollblut-Magnesiumlevel“. Darüber kann man einen Hinweis bekommen, aber selbst wenn die im Rahmen sind und jemand Symptome eines Magnesiummangels hat, dann probiere ich auf jeden Fall eine Supplementation mit Magnesium und wenn er positiv darauf anspricht, super. Wenn nicht, dann muss man auf weitere Ursachensuche gehen für Schlafstörungen, Krämpfe, Nervosität oder Herzrhythmusstörungen.

 

Ja, warum haben so viele das Magnesiummangel?

Weil ich bin ja jetzt nicht wirklich ein großer Fan davon, Supplementationen nehmen zu müssen oder Nahrungsergänzungsmittel nehmen zu müssen. Ich mag das eigentlich nicht so, aber Magnesium ist fast kaum über Nahrung zu kompensieren. Es gab mal vor einer Zeit eine Studie, die sich angekuckt hat, wie die Magnesiumlevel oder auch generell die Vitamin- und Mineralstofflevel in den Böden sind im Vergleich zu den letzten 30 Jahren, und da sind manche Nährstoffe – und vor allem Magnesium – bis zu 70% weniger in den letzten 30 Jahren in den Böden vorhanden. Das hat viel damit zu tun mit den Düngemitteln. Düngemittel entziehen dem Boden Magnesium. Düngemittel sorgen auch dafür, dass die Pflanzen weniger Magnesium in sich aufnehmen können und dementsprechend haben die Pflanzen weniger Magnesium. Wenn wir die Pflanzen essen, haben wir dann natürlich auch weniger Magnesium in unserem System. Hinzu kommt noch der Vitamin D Mangel, den man hat, wenn man zu wenig in der Sonne abhängt. Und das ist sozusagen einer der Gründe, warum Magnesiumlevel in der Zufuhr sehr, sehr niedrig sind, und wenn wir erhöhte Stresslevel haben, wenn wir konstante, erhöhte Stresslevel haben durch einen sehr, sehr rasanten Lebensstil, dann wird Magnesium auch in unglaublich hohem Maße verbraucht. Alkoholkonsum verbraucht Magnesium. Und so haben wir einerseits weniger Zufuhr und andererseits auch ein höheres Maß an Magnesiumverbauch und daher kommt sozusagen dieses Dysbalance zustande.



 

Ok, kommen wir zur Supplementation von Magnesium. Wenn es durch Nahrungsmittel wie Fleisch oder grünes Gemüse nicht zu kompensieren ist – Nüsse haben auch Magnesium – dann spielt das Thema Supplementation eine Rolle. Es gibt verschiedene Magnesiumformen. Magnesium ist immer an einen anderen Stoff gebunden. Entweder an einen anorganischen, also ein Metall, oder an einen organischen Stoff, also zum Beispiel an eine Aminosäure, und in diesen Verbindungen ist das dann in den Nahrungsergänzungsmitteln. Das heißt dann zum Beispiel Magnesiumoxid oder Magnesiumcitrat oder Magnesiumglycinat und jeder dieser Stoffe hat Vor- und Nachteile. Wenn man zum Beispiel hochdosiert Magnesiumoxid nimmt, dann ist das sehr, sehr gut, wenn man Verstopfungen behandeln möchte. Wenn man Durchfall haben möchte, dann ist Magnesiumoxid eine sehr, sehr gute Form, weil dieses Magnesiumoxid sehr, sehr viele Flüssigkeiten im Magen-Darm-Trakt bindet und dadurch in Kombination mit einer muskelentspannenden Wirkung, ist das sehr gut, um wieder Fluss in die ganze Sache reinzubekommen. Magnesiumcitrat ist sozusagen der Allrounder des Magnesiums. Das ist für alle Bereiche. Für das Nervensystem, für das muskuläre System, für das hormonelle System eine sehr, sehr ausbalancierte Magnesiumform. Das Magnesiumglycinat ist meiner Erfahrung nach eine der besseren Sachen, die man für das muskuläre System, also Muskel-, Nervensystem im Bereich von Krampfbehandlungen machen und nutzen kann. Also Krampfbehandlung, Muskelkraft, Power, Leistungsfähigkeit, da ist Magnesiumglycinat eine ziemlich gute Sache. Und wenn es um das Thema Herzrhythmusstörungen, Schlafstörungen, Angstzustände geht, dann finde ich, dass Magnesiumthreonat eine der effektivsten Magnesiumformen ist.

 

Ja, ich denke, das war so ein kurzer Rundumschlag, das 101 über Magnesium-Supplementation. Wenn ihr Fragen habt, schreibt sie unten in die Kommentare, und ich freue mich, von euch zu hören. Möge der Flow mit euch sein. Und bis bald.

Gerrit Keferstein, MD

Gerrit Keferstein is a Medical Doctor specialised in Performance & Functional Medicine. He is most known for his work on the optimisation of recovery and adaptation in elite athletes.

Tags : magnesiumschlafnervensystemangst

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