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Sports Medicine

Bewegungseffizienz und Dysfunktionen im Athletiktraining

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Heute Tool Nummer 3 im Bereich der Spielerausfallreduktion im Bereich Availability, Spielerverfügbarkeit, Risikominimierung von Verletzungen oder Ausfallzeiten im Bereich Athletiktraining. Wir haben gestern über Tool Nummer 2 gesprochen. Das war die „niedrig hängenden Früchte“. Das heißt, uns ankucken Bewegungseffizienz-mäßig: Was kann der Athlet im Bereich Beweglichkeit und Stabilität und motorische Kontrolle? Und das, was er kann, das nehmen wir und geben innerhalb dieses Kompetenzbereichs Gas und bringen quantitative Belastung drauf in Form von Geschwindigkeiten, Intensitäten und Volumina, um die Performance des Athleten zu verbessern, Leistungsfähigkeit zu verbessern. 

Heute reden wir über die hochhängenden Früchte. Das heißt: Was sind beim Athleten für Sachen, die nicht so gut funktionieren? Er hat vielleicht eingeschränkte Knöchelbeweglichkeit, Schulterbeweglichkeit et cetera. Das Erste, was ich auf jeden Fall anbringen möchte, ist: Lasst uns keinen riesen Deal daraus machen – vor allen Dingen gegenüber dem Athleten. Das Letzte, was wir tun sollten, ist: Zu dem Athleten kommen und sagen: „Hey, du hast ein Problem. Da läuft irgendwas nicht. Dein Knöchel funktioniert nicht so richtig“, das Letzte, was ich will, ist ein Athlet, der rattert und rattert und rattert, und das Letzte, was ich will, ist Angst zu kreieren in einem Athleten. 

 

 

Man weiß aus Studien – größtenteils auch von [Unv] aus Südafrika – weiß man, dass je mehr ein Mensch über seine Pathologie weiß – also im Bereich Bandscheibenvorfälle hat er das stark recherchiert – je mehr ein Mensch genau weiß: Da ist diese Bandscheibe, dieses Knorpelding, das drückt auf den Nerv drauf. Schau, hier ist ein Modell. Wenn ich das bewege, dann quetscht sich dieses geleeartige Ding auf den Nerv. Das drückt da drauf und daher kommt dein Rückenschmerz“, je mehr Leute das wissen und dieses anatomische Modell sehen: „Oh Gott, da drückt das auf den Nerv drauf. Der Nerv ist wirklich physisch eingeklemmt“, desto stärker sind die Rückenschmerzen und desto schwerer sind diese Rückenschmerzen wieder wegzubekommen. Was man machen muss, wenn irgendein Athlet irgendeinen „Bewegungsdefizit“ hat, ist: Erstens von Potenzial zu sprechen. Wenn ein Athlet eine eingeschränkte Knöchelbeweglichkeit zum Beispiel hat und er ist ein guter Athlet, dann ist er das trotz dieser eingeschränkten Knöchelbeweglichkeit geworden. Und diesen Knöchel wieder freizumachen, ist ein Potenzial. Ein Potenzial, wo wir uns ranmachen können, aber überhaupt nicht müssen, weil das hatten wir auch in Tool 2 schon besprochen: Oft lösen sich diese Dinge, wenn man im Kompetenzbereich Training einfach macht. 

Wenn wir dieses Potenzial jetzt entfalten wollen oder aufdecken wollen, sollten wir da  sehr strategisch drangehen. Und zwar bietet es sich an, auf jeden Fall das zusammen mit einem Physiotherapeuten zu machen. Der Physiotherapeut sollte da die führende Rolle übernehmen, weil er der Experte darin ist, wie man solche Dinge auflöst. Gemeinsam sollte man sich da allerdings strategisch überlegen: Wo ist der Anfang der Kette? Und der Anfang der Kette ist oft bei einem fixen Punkt. Was ich damit sagen will, ist: Wenn wir einen Athleten haben, der Fußballer ist, dann ist der fixe Punkt, mit dem er interagieren muss, der Fuß auf dem Boden und die Augen am Horizont. Das sind die beiden Fixpunkte, mit denen der Athlet interagiert. Das sind also die beiden Fixpunkte, bei denen es anfangen kann. Und meistens ist es der Fuß auf dem Boden. Wenn wir also eine Situation haben, wo der Knöchel und die Hüfte vielleicht ein Defizit aufweist – da, wo man anfangen sollte, ist ganz klar beim Anfang der Kette: Beim Fuß. Das ist wie ein Jenga-Turm. Wenn ich einen Jenga-Turm mir vorstelle – diese Spiel Jenga – und ich versuche, da oben so Dinge zu arrangieren, dann arrangiere ich die oben, dann fange ich an, unten die Dinge zu arrangieren, dann merke ich: „Fuck, jetzt, wo ich unten gearbeitet habe, muss ich oben wieder alles zurechtrücken“, und genauso ist das auch bei uns Menschen. Wenn wir anfangen, gegen Ende der Kette – also oben, da wo der Fuß weit weg vom Fuß auf dem Boden – Dinge versuchen zu fixen und Stabilität und Beweglichkeit wieder reinzubekommen, Integrität wieder reinzubekommen, dann haben wir das irgendwann geschafft, aber sobald wir dann weiter unten an der Kette arbeiten, geht das da oben wieder flöten. Deswegen auf jeden Fall: Überlegt euch: Was ist der fixe Punkt der Kette? Die Augen am Horizont oder die Füße auf dem Boden? Es gibt manche Athleten, die mit ihren Händen viel agieren. Tennisspieler, Golfspieler. Die haben noch einen dritten Fixpunkt, mit dem sie zu interagieren haben. Bei Golfern ist es wohl eher der Fuß auf dem Boden und die Hand am Schläger. Da sind die Augen als Fixpunkt nicht so entscheidend wie zum Beispiel bei einem Fußballer. 

Also das Konzept ist folgendes: Vermeidet Angst- und Panikmache, lasst den Athleten sein Ding machen, nämlich Spaß und Action haben, arbeitet mit dem Physiotherapeuten daran, welche Strategien man wirklich unauffällig ins Training einbauen kann, nehmt euch eine Sache vor, an der ihr arbeitet, und das sollte die Sache sein, die am nächsten zum Punktum fixum und beim nächsten Fixpunkt liegt. Und von da aus kann man sich dann nach oben arbeiten. Das sind die hochhängenden Früchte in 5 Minuten. 

Und wenn euch das Thema interessiert, schaut auf jeden Fall mal auf alloutperformance.de/events rein. Zu diesem Thema machen wir einen großen Workshop, nämlich zum Thema Availability, Spielerverfügbarkeit, Prävention, Management und Zurückführung bei Erkältung, Grippe, Magen-Darm-Erkrankung, Muskelverletzung natürlich und Gehirnerschütterung, wo wir über diese ganzen Konzepte und auch die Zusammenarbeit mit Physio und Medizinern noch viel, viel mehr im Detail sprechen werden. Wir freuen uns, euch dort zu sehen. Möge der Flow mit euch sein und bis bald.

Tags : BewegungseffizienzDysfunktionfunctional movementScreening

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